Engel feiert Premiere und 80 Jahre Innovationskraft Neuer Maßstab, neues Kapitel

Von Stefan Lenz 4 min Lesedauer

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Engel präsentierte mit der holmlosen Victory Electric auf der diesjährigen K in Düsseldorf eine absolute Weltpremiere – und feierte zudem 80 Jahre Firmenjubiläum.

Hohe Energieeffizienz, gleichmäßige Kraftverteilung und maximale Wiederholgenauigkeit: Das neue Schließsystem mit Druckkissen und Kugelumlaufspindel sorgt für präzise Werkzeugzentrierung und kürzere Zykluszeiten.(Bild:  Engel)
Hohe Energieeffizienz, gleichmäßige Kraftverteilung und maximale Wiederholgenauigkeit: Das neue Schließsystem mit Druckkissen und Kugelumlaufspindel sorgt für präzise Werkzeugzentrierung und kürzere Zykluszeiten.
(Bild: Engel)

Mit einem starken Auftritt auf der K 2025 setzte Engel ein deutliches Signal für die zukünftige Ausrichtung des Spritzgießmaschinenbaus. Im Mittelpunkt stand die Weltpremiere der holmlosen Victory Electric, einer vollelektrischen Maschinengeneration, die die Vorteile des holmlosen Designs mit der Dynamik elektrischer Antriebe vereinte. Der Launch markierte nicht nur einen technologischen Meilenstein, sondern bildete zugleich den Auftakt zu einem besonderen Jubiläum: 80 Jahre Engel.

Weltpremiere: Elektrisch, holmlos, kompakt

Mit der Victory Electric präsentierte Engel erstmals eine Maschine, die das holmlose Konstruktionsprinzip konsequent in die vollelektrische Welt überführte. Das neue Schließkonzept basierte auf zwei übereinander angeordneten Druckstangen, die den klassischen Kniehebel ersetzten und eine besonders gleichmäßige Kraftverteilung ermöglichten. Durch diese Konstruktion blieb die Plattenparallelität auch bei anspruchsvollen Werkzeuggeometrien stabil.

Mit der Victory Electric zeigen wir, wie kompakt, präzise und flexibel Spritzgießen heute sein kann. Sie schließt eine Lücke, die viele Kunden seit Jahren benannt hatten.

Dr. Gerhard Dimmler, CTO Engel Austria

Zugleich verkürzte Engel die Gesamtlänge der Maschine um rund 200 mm, was den Platzbedarf weiter reduzierte – ein klarer Vorteil für Produzenten in dicht getakteten Produktionsumgebungen. Der holmlose Aufbau erlaubte zudem den Einsatz größerer Werkzeuge, ohne die Schließkraftklasse erhöhen zu müssen. Verarbeiter konnten damit eine 2.200 kN-Maschine nutzen, wo traditionell oft 3.200 kN erforderlich gewesen wären.

Auch die energieeffiziente Antriebstechnik trug zur Neuheit bei: Ein bewährtes Servomotor-Spindelsystem sorgte für hohe Wiederholgenauigkeit, während die integrierte Rückspeisung von Bremsenergie die CO₂-Bilanz verbesserte.

Mehr Flexibilität für Werkzeuge und Automation

Die Victory Electric wurde standardmäßig mit integriertem Hydraulikaggregat ausgestattet. Dadurch konnten Anwender auch hydraulische Kernzüge oder Zusatzfunktionen nutzen, ohne auf separate Systeme zurückgreifen zu müssen. Elemente wie Auswerfer und Wegaufnehmer übernahm Engel aus der Duo-Baureihe, was ein hohes Maß an Stabilität sicherstellte.

Die neue elektrische Engel Victory Electric 220
Mehr Werkzeugraum bei geringerer Stellfläche: Die neue elektrische Engel Victory Electric 220 mit 2.200 kN Schließkraft ermöglicht eine kompakte Produktion durch holmlose Bauweise und verkürzte Maschinenlänge.
(Bild: Engel)

Für viele Verarbeiter stellte die Maschine einen logischen nächsten Schritt dar: Sie kombinierte die bekannte Werkzeugfreiheit holmloser Konstruktionen mit der Präzision und Energieeffizienz elektrischer Antriebe – ein Konzept, das Unternehmen in seinem Portfolio bislang im mittleren Schließkraftbereich noch nicht vollständig abgedeckt hatte.

Jubiläum: 80 Jahre Engel

Die Weltpremiere fiel bewusst in eine Zeit, in der Engel ein außergewöhnliches Kapitel seiner Unternehmensgeschichte feierte. 80 Jahre nach der Gründung präsentierte sich das Unternehmen auf der K 2025 als global agierender Technologieführer, der seine Innovationskraft trotz eines schwierigen Marktumfeldes nicht verloren hatte.

Die Jubiläumsveranstaltung, zu der mehr als 1.000 Kunden nach Düsseldorf kamen, zeigte eindrucksvoll, wie stark die Partnerschaften über Jahrzehnte gewachsen waren. Engel nutzte das Jubiläum nicht nur für einen Blick zurück, sondern vor allem als Bekenntnis zu langfristiger Verlässlichkeit. Gerade in Zeiten, in denen die Branche mit volatileren Märkten, Kostendruck und globalen Herausforderungen konfrontiert war, wollte man unternehmensseitig ein Zeichen der Stabilität setzen.

Auch organisatorisch stellte sich das Unternehmen weiterhin breit auf: Mit einer globalen Triadenstruktur, lokalen Lösungen und neuen Werken in Mexiko und Indien betonte Engel seine Entschlossenheit, nahe an den Kunden zu bleiben.

Fokus Zukunft: Technologien weiterdenken

Das Jubiläumsjahr stand zudem im Zeichen weiterer strategischer Entwicklungen. Engel unterstrich mehrfach, dass Assistenzsysteme, Automatisierung und Plattformtechnologien künftig noch stärker ausgebaut werden. Die holmlose Victory Electric war dafür ein exemplarischer Beweis: Nicht ein Trend, sondern konkrete Anforderungen der Verarbeiter hatten die Innovation getrieben.

Auch in Gesprächen rund um die Messe zeigte sich: Engel wollte nicht nur Maschinenhersteller bleiben, sondern zunehmend als Lösungsanbieter auftreten – eingebettet in ein wachsendes Netzwerk aus Partnern, Softwaremodulen und Prozessinnovationen.

Engel stärkte Zukunft des physikalischen Schäumens

Mit Anfang Oktober 2025 übernahm Engel seinen langjährigen Partner Trexel Inc., den weltweit bekannten Anbieter der Mucell -Technologie für das physikalische Schäumen im Spritzguss. Die Integration ermöglichte Trexel langfristige Stabilität und eröffnete zugleich neue Wachstumsperspektiven.

Eigenständig, aber gestärkt 

Auch nach der Eingliederung in den Engel Konzern bleibt Trexel eigenständig – mit eigenem Vertrieb, eigenem Service und eigener F&E. Für Kunden im Bereich Spritzguss bedeutet das: Kontinuität in Betreuung und Lieferfähigkeit, unabhängig davon, welche Maschinenhersteller sie einsetzen. Darüber hinaus führt das Unternehmen sein Engagement im Footwear-Segment unverändert fort. Alle Partner werden in gewohnt hoher Qualität weiter bedient. 

Strategische Bedeutung des Schäumens

Engel baute damit seine Position im physikalischen Schäumen weiter aus. Geschäumte Bauteile sind leichter, benötigen weniger Rohmaterial und unterstützen damit die CO₂-Reduktion. Die Übernahme ermöglichte Engel, die Mucell-Integration zu vertiefen und künftige Skalierungsanforderungen besser zu erfüllen.

Trexel wird künftig als Trexel GmbH mit Sitz in Österreich geführt. Levi Kishbaugh bleibt verantwortlich für die Markt- und Kundenbeziehungen und stellt damit die erforderliche Kontinuität sicher. In der Geschäftsleitung wird er durch Johannes Kilian ergänzt. Die Standorte in den USA, Deutschland und China bleiben unverändert bestehen, um weiterhin Service und Vertrieb für die weltweite Kundenbasis zu gewährleisten.
 

Dr. Stefan Engleder, CEO der Engel Gruppe
Mit Engel im Hintergrund bekommt Trexel die Möglichkeit, unabhängig zu agieren und gleichzeitig von der globalen Stärke unserer Gruppe zu profitieren“, sagt Dr. Stefan Engleder, CEO der Engel Gruppe.
(Bild: Engel)

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